Re:Publica 2011 – ein re:cap #rp11

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Ganz nett. Nicht übermäßig toll. Aber auch nicht richtig schlecht. Eher so mittel. Auf der Re:Publica gab es richtig gute, lustige und spannende Sessions – aber auch das komplette Gegenteil. Nervig waren die Werbe-Slots. Echt toll war, dass man hier fast alle getroffen hat. Alte Bekannte, insbesondere diejenigen, die man bisher nur online kannte. Networking galore.

Gute Sessions, spannende Themen

Der Kollege Sebastian Cario hat schon darüber gebloggt, warum die Re:Publica nicht so gut war. Deshalb will ich hier ein paar meiner positiven Eindrücke niederschreiben. Ich war das erste mal auf der Blogger-Konferenz Re:Publica in Berlin. Dabei geht es dort nicht nur ums bloggen, sondern viel mehr um Gesellschaft, Politik und Internet.

Sehr spannend waren die Sessions zu den Revolutionen in der arabischen Welt. Auf den meisten Sessions wurde deutlich, dass nicht Facebook oder Twitter die Regime in Tunesien oder Ägypten gestürzt haben. Social Networks und das Internet wirkten eher wie Katalysatoren. Informationen konnten über diese Wege sehr schnell verbreitet werden, doch SMS und Mobilfunk waren ebenso wichtig. Insbesondere die Einsichten der Journalisten von Deutsche Welle waren sehr aufschlussreich. Nicht Social Networks stürzen Regime sondern Menschen.

Trollforschung von Sascha Lobo

Sascha Lobo gewährt Einblicke in die neuesten Erkenntnisse der Trollforschung. Die Besucher der re:publica waren begeistert von diesem wissenschaftlich fundiertem Beitrag.

Die Wirkung von Social Networks innerhalb restriktiver Regime hat auch die Session “Internet, Social Media und die Rückkehr des politischen in China” von Lorenz Lorenz-Meyer aufgezeigt. Obwohl die Chinesen mit sehr starker Zensur leben müssen, organisieren sie Bürgerprotest über Social Networks. Es ist gefährlich und mühselig, doch die chinesischen Internetnutzer finden immer wieder Wege, die Zensur auszutricksen. Doch das Thema wird mir ein eigener Beitrag wert sein.

Alle hassen ihn, alle lieben ihn: Lobo

Sehr lustig waren die “Jünsten Erkenntnisse der Trollforschung” von Sascha Lobo. Der Mann mit dem roten Irokesen polarisiert. Alle hassen ihn, alle lieben ihn. Und er ist wirklich witzig, auch wenn nicht jeder Joke gezündet hat. Spaß hat sein Abhandlung über Trolle im Internet gemacht. Ergebnis: Trolle sind wichtig, um das Ökosystem zu stärken und zu stabilisieren. Der @erlebnischris hat die Session aufgezeichnet und bei Vimeo veröffentlicht. Es lohnt wirklich, insbesondere wegen der Strategien gegen Trolle.

[vimeo]http://vimeo.com/22385006[/vimeo]

Das absolute Highlight war aber die Session “Blogger im Gespräch

Gehörlose im Gespräch – Julia rockt die re:publica

Ein Highlight war dieses Panel nicht wegen der Feministin @dieKadda oder René Walter von Nerdcore. Nein, gerockt hat Julia Probst. Bekannt ist sie vor allem dafür, dass sie Fußballspielern während der WM von den Lippen gelesen hat. Auf ihrem Blog “Mein Augenschmaus” berichtet sie über die schwierigkeiten von Gehörlosen in der Gesellschaft.

Julia Probst auf der re:publica

Die Lippenlesering Julia Probst hat von ihren Erlebnissen berichtet. Sehr spannend für alle Besucher der re:publica. Bekannt wurde sie durch ihr lippenlesen während der letzten WM

Sie setzt sich aktiv dafür ein, dass auch die Fernsehsender endlich ihr Programm untertiteln. Und sie hat den Besuchern ein paar Einblicke in die Gebärdensprache gegeben. Viele Besucher der re:publica wussten wohl nicht so recht, wie sie mit ihr kommunizieren sollten. Aber da braucht man sich bei Julia keine sorgen machen: Wer Jogi Löw auf der Trainerbank von den Lippen lesen kann, der schafft das auch auf der re:publica bei ein paar Nerds. Es hat wirklich Spaß gemacht mit ihr.

Social Networks und ihre Policies

Eine geniale Keynote kam von Jillian C. York, die über “Policing Content in the quasi-public sphere” sprach. Sie hat sich intensiv mit den Terms of Conditions der großen Social Networks beschäftigt. Wann wird Content auf Facebook, YouTube und Flickr gelöscht? Insbesondere hat sie die Probleme beleuchtet, die daraus für die User entstehen. Insbesondere Aktivisten, deren Identität geheim bleiben muss, haben oft Probleme mit gelöschten Profilen und gelöschtem Content. Sie plädierte für Policies, die in Einklang mit den Human Rights stehen. Auch Jillian hat ein Recap zur Re:Publica veröffentlicht, dass sich zu lesen lohnt.

Die Sache mit der Interessenvertretung…

Es sollte ein großer Coup werden, den Markus Beckedahl von netzpolitik.org geplant hat. Auf der re:publica wurde ein neuer Verein vorgestellt: “Digitale Gesellschaft e.V.” Eine Interessenvertretung für digitale Bürger. Doch so gut kam der Verein nicht an und musste sich viel Kritik von der digitalen Gesellschaft anhören.

Re:Publica 2011 – es hat sich dann doch irgendwie gelohnt. Zumindest, wenn man das Glück hatte, die Sahnestücke abbekommen zu haben. Aber das mit der Raumplanung üben wir noch mal.

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