Blickpunkt: Social Media Richtlinien

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Berufliches ist berufliches. Privates ist privates. Stimmt. Oder auch nicht. Wer auf Facebook posted oder auf Twitter twittert, wer sich im Social Web bewegt, der vertritt auch immer – irgendwie – das Unternehmen. In den allermeisten Fällen ist das kein Problem. Doch was ist, wenn man ein negatives Statusupdate über einen Kunden veröffentlicht? Oder sich lautstark über Arbeitsbedingungen oder den Chef beschwert? Dann wird es problematisch und ohne Social Media Richtlinien auch gefährlich.

Was sind Social Media Richtlinien

Im Grunde sind Social Media Richtlinien oder Social Media Policies ganz einfach. Es sind Regeln für Mitarbeiter zum Umgang und der Kommunikation im Internet.

“A social media policy outlines for employees the corporate guidelines or principles of communicating in the online world”.

Doch grade weil die Definition derart einfach und schlicht ist verwundert es, dass laut einer Studie von Manpower nur 29% der Unternehmen in den USA eine Social Media Richtlinie haben. Weltweit haben nur 20% eine Social Media Richtlinie. Obwohl Social Media und Online Marketing immer mehr Unternehmen betrifft, kümmern sich wenige um die Umsetzung und Regelung. Kein Wunder, dass es immer wieder auf Grund von Fehlverhalten in Social Networks zu Kündigungen kommt. Und es ist auch kein Wunder, wenn Unternehmen gegen Seiten in Social Networks vorgehen, die gegen die Richtlinien gehen und gegen die Unternehmensloyalität stehen.

Warum sollten Unternehmen Social Media Richtlinien haben?

Social Media Richtlinien geben Sicherheit. Denn auch eine Äußerung, die ein Mitarbeiter nach der Arbeitszeit über das Unternehmen macht, kann sich auf das Arbeitsverhältnis auswirken. Es mag sein, dass vielen Menschen nicht klar ist was Kommunikation in Social Media bedeutet. Denn hier kommuniziert man oftmals nicht mit seinen direkten Freunden, sondern oft mit der ganzen Welt. Und diese Kommunikation ist für jeden sichtbar, eben auch für das Unternehmen.

Nach Eric B. Meyer ist ein wichtiger Grund für Social Media Richtlinien, dass Arbeitgeber den Arbeitnehmern deutlich machen müssen, dass ihr Verhalten in Social Networks keinesfalls privat ist. Ebenfalls muss ein Bewusstsein geschaffen werden dafür, dass die Meinungsäußerungen in Social Networks unabhängig von Zeit und Ort relevant für das Unternehmen sind. Meyer führt weiter an, dass Mitarbeitern bewusst gemacht werden muss, dass Unternehmen Richtlinien zur Bekämpfung von Belästigung, Ethik und Unternehmensloyalität gegenüber allen Formen der Kommunikation (einschließlich Social Media) sowohl innerhalb als auch außerhalb des Arbeitsplatzes zu verlängern.

Wichtig ist dabei die Aufklärung, Hinweise zu zulässigen und unzulässigen Äußerungen, Hinweise auf die zulässige Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz und Hinweise zum Umgang der Mitarbeiter untereinander in Social Networks. Hierzu hat der RechtZweiNull Blog eine ausführliche Ausarbeitung veröffentlicht.

Inhalte einer Social Media Richtlinie

Auf Mashable hat Sharlyn Lauby einen ausführlichen Artikel über die Inhalte von Social Media Richtlinien veröffentlicht. Ihr 10 Must-Haves für Social Media Richtlinien sind

  1. Den Zweck von Social Media einführen
  2. Verantwortlich sein für das, was man schreibt
  3. Authentisch sein
  4. Das Publikum im Blick behalten
  5. Gutes Urteilsvermögen
  6. Das Konzept der Community verstehen
  7. Copyright beachten
  8. Vertrauliche Informationen bleiben vertraulich
  9. Nutzen stiften
  10. Produktivität steht im Vordergrund

Bewusstsein bei Mitarbeitern schaffen

Eine Social Media Richtlinie alleine hilft nicht. Es muss bei den Mitarbeitern ein Bewusstsein für den Umgang mit Social Media geschaffen werden. Um die Richtlinien in den Köpfen der Mitarbeitern zu verankern ist ein Aushang nicht genug. Kreativität ist gefragt. Ein super Beispiel liefert der Kaffeeröster Tchibo, der mit einem Video versucht hat die Social Media Richtlinien in den Köpfen zu verankern. Mit dem Video “Herr Bohne geht ins Netz” hat das Unternehmen auf lustige Weise versucht, die Social Media Richtlinien den Mitarbeitern näher zu bringen.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=e_mLQ_eWk_o[/youtube]

In dem Video erlebt Herr Bohne diverse Alltagssituationen. Die Frage ist immer: Würden Sie sich so im Internet präsentieren? Das Video ist wirklich ein Best Practice für die Verbreitung von Social Media Richtlinien.

Habt ihr Social Media Richtlinien im Unternehmen? Sind Social Media Richtlinien wichtig oder sollte man es einfach laufen lassen?

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