Facebook aktiviert “umgehende Personalisierung” – Feature umstritten

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Das Facebook Informationen über die Nutzer sammelt ist hinlänglich bekannt. Zum einen sind da die Informationen, die jeder Nutzer selbst in sein Profil schreibt. Zum anderen noch die Informationen, die Nutzer über ihre Statusupdates mitteilen oder über Seiten die ihnen gefallen Beitragen. Mit der Einführung des Like-Buttons ist es Facebook auch möglich, Informationen über das Surfverhalten der Nutzer zu sammeln. Welche Website “liked” der Nutzer?

Durch die Strukturierung, Kombination und statistischen Auswertung dieser ganzen Information ergibt sich ein Profil und Facebook kann zielgenau Werbung aussteuern oder uns gezielt Inhalte anzeigen. Und genau hier setzt das neue – durchaus umstrittene – Feature an: “umgehende Personalisierung“.

Was ist die “umgehende Personalisierung”?

Facebook ist Partnerschaften mit einigen ausgewählten Seiten eingegangen, die die umgehende Personalisierung in ihre Dienste integriert haben. Die Informationen, die Facebook über einen Nutzer hat werden so auch für die Partner nutzbar und Inhalte auf deren Seiten zielgenau steuerbar. Je nach Profil des Nutzers werden also Musikvorschläge, Suchergebnisse oder Urlaubsorte angezeigt. Facebook selbst erklärt das ganze folgendermaßen:

Facebook Feature "umgehende Personalisierung"

Facebook Feature "umgehende Personalisierung"

 

So ähnlich, wie in deinen Neuigkeiten die Personen und Dinge angezeigt werden, die dich interessieren, hilft dir die umgehende Personalisierung dabei, Freunde und interessante Inhalte auf anderen Webseiten zu finden. Wir haben uns mit einigen Unternehmen wie Pandora und TripAdvisor zusammengetan, um diese Seiten unterhaltsamer und nützlicher gestalten, sobald du dort ankommst.

Durch diese Verknüpfungen werden z.B. auf einer Videoseite zu erst die Rezensionen und Bewertungen der Facebook-Freunde angezeigt. Logisch, da den Nutzer die Meinung seiner Freunde womöglich eher interessiert als die eines völlig unbekannten.

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Wer sind die Partnerseiten?

Zum Start des neuen Features sind acht Partnerseiten dabei, von denen in Deutschland eigentlich nur Bing und Scribd eine größere Bekanntheit haben dürften. Bing, die Suchmaschine von Microsoft und eher kleiner Konkurrent gegen den Branchenriesen Google und Scribd, ein Tool welches das Teilen von Dokumenten ermöglicht.

Was ist problematisch an dem neuen Feature “umgehende Personalisierung”?

Die Funktion wurde bereits im April 2010 in den USA vorgestellt und wohl seit Freitag auch in Deutschland ausgerollt. Laut der Einstellungs-Seite, die in den Privatsphäre-Einstellungen zu finden ist, werden öffentliche Informationen (Name, Profilbild, Geschlecht, Freundesliste, deine Netzwerke) und Infos, die man mit Allen teilt an die Partnerseiten weitergegeben.

Eine Facebook Sprecherin bestätigte, dass das Feature in Deutschland nach und nach bereitgestellt wird. Laut Auskunft von Facebook werden aber keine Informationen von IP-Adressen aus Deutschland weitergegeben. Dieser Hinweis ist aber nicht auf der deutschen Version der Facebook-Einstellungen zu finden. Facebook stellt auf der Infoseite zu dem Feature klar, dass der Nutzer selbst entscheidet welche Informationen geteilt werden und die Privatsphäre-Einstellungen berücksichtigt werden:

Du bestimmst, welche Informationen für diese Partner zur Verfügung stehen, indem du die Informationen in deinen Privatsphäre-Einstellungen verwaltest. Du kannst die Umgehende Personalisierung aber auch komplett deaktivieren, wodurch deine Informationen für andere Partnerseiten nicht mehr umgehend verfügbar sind.

Kritisiert wird vor allem, dass die Einstellung per default aktiviert ist und erst durch den Nutzer deaktiviert werden muss. Einen Hinweis, dass das Feature für das eigene Profil zur Verfügung steht gibt Facebook dem Nutzer nicht.

HowTo: Die “umgehende Personalisierung” deaktivieren

Da die neue Facebook Funktion per default aktiviert ist, müsst ihr sie selbst deaktivieren. Zwar hat Facebook bereits seine Pricatsphäre-Einstellung vereinfacht, aber leicht findet man die Einstellungen nicht immer. Deshalb habe ich ein kleines HowTo: “umgehende Personalisierung” deaktivieren in vier Schritten erstellt. Schaut es euch an und bleibt Herr über eure Daten.

 

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