Facebook als deine nächste Bank?

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Du suchst eine Bank die weltweit verfügbar ist, mit der du überall bezahlen kannst und die auch mobil perfekt funktioniert? Vielleicht ist Facebook deine nächste Bank. Diesen Gedanken hat Business Week einmal durchgespielt. Und im Grunde ist die Idee interessant und für Facebook eine Möglichkeit ins Big Business einzusteigen.

Facebook ist überbewertet

Facebook hat im Jahr 2009 knapp 2 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Investoren bewerten das Social Network mittlerweile mit einem Firmenwert zwischen 50 und 65 Milliarden Dollar. Da klafft eine große Lücke zwischen echtem Umsatz und der Unternehmensbewertung. Die Finanzinvestoren setzen bei ihrer Bewertung auf zukünftige Umsätze und Gewinne, auf zukünftige Geschäftsmodelle.

Doch wie kann ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell für Facebook aussehen? Bisher verdient der Social Network-Riese sein Geld mit Werbung. Facebook Ads, Facebook Sponsored Stories und und und. Doch auf mobilen Endgeräten ist der Platz für Werbung begrenzt. Das minimiert den Umsatz pro User, denn immer häufiger wird Facebook auf iPhones, Androids und anderen mobilden Endgeräten genutzt. Sicherlich auch deshalb hat Facebook damit begonnen, andere Geschäftsmodelle zu etablieren. Mit den Facebook Local Deals hat Facebook einen Zukunftsmarkt ins Visier genommen und direkt den Branchenriesen Groupon angegriffen.

Facebook LogoEin weiteres Standbein sind Facebook Credits. Eine eigene Währung, um innerhalb des Netzwerks Gimmicks zu bezahlen. Egal ob besondere Items bei Facebook Games oder lustige bzw. weniger lustige Bilder für die Facebook Pinnwand zu kaufen. Facebook Credits haben meiner Meinung nach noch nicht den Durchbruch geschafft. Ich selbst habe noch nie diese Facebook Währung gekauft und damit irgendwas bezahlt. Warum auch? Facebook Spiele benutze ich schon lange nicht mehr und eine “lustiges” Cartoon-Bild habe ich noch nie jemandem zum Geburtstag auf die Pinnwand geposted. Aber Facebook baut die die Facebook Credits aus.

Facebooks Bezahlsystem: Facebook Credits

Sind Facebook Credits die Zukunft für das Geschäftsmodell des Social Networks und nur der erste Schritt zur Facebook Bank?

Mittlerweile werden die Credits bei großen amerikanischen Händlern verkauft, genau wie andere Rabattkarten auch. Doch das könnte erst der Anfang sein, wie Ben Kurz für die Business Week beschreibt. In 2011 soll der Markt für virtuelle Güter, wie Game Points oder Cartoony-Gifts, einen Umsatz von 2,1 Milliarden $ erreichen.

Mobile Payment ist ein Milliarden-Markt

Mobile Payment ist ein Milliarden-Markt und vereinfacht das Bezahlen im Internet massiv. PayPal ist der Branchenriese mit 94 Millionen Accounts. PayPal macht ungefährt 4 Milliarden $ Umsatz im Jahr mit 92 Millionen Transaktionen. Das sind knapp 18% weltweiter Marktanteil im eCommerce. Ein interessanter Markt also. Und wenn man die immer stärker werdende Verbreitung von mobilem Internet betrachtet, wird dieser Markt noch interessanter.

Online Payment ein Milliarden Markt

Facebook hat gute Chancen auf dem Markt für Online Payment erfolgreich zu sein. Online Währungen könnten in Zukunft gleichwertig zu realen Währungen sein

Wer PayPal auf dem Markt für Online-Payment angreifen will, der muss zum einen stark im Web präsent und zum anderen auch stark auf dem Sektor mobile Internet sein. Neben Mobilfunkanbietern, die sich nur auf dem Mobile Markt rumtreiben, sind Apple und Google spannende Kanidaten. Apple hat eine große Nutzerbasis durch iTunes, das auf jedem iPhone installiert ist. Die Musikindustrie hat Apple bereits aufgerollt. Google ist erst kürzlich eine Kooperation mit MasterCard und Citigroup eingegangen, um mobiles bezahlen auf Android Phones anzubieten.

[amazon-product align=”left”]3869800534[/amazon-product]Doch Facebook kombiniert das Web und mobile Internet. Zum einen hat Facebook eine starke Nutzerbasis von derzeit 600+ Millionen aktiven Nutzern, zum anderen ist die Facebook App die am weitesten verbreitete Applikation auf dem Smartphone-Markt. Hinzu kommt, dass Facebook bereits eine eigene Online-Währung besitzt: Facebook Credits. Durch die Verbreitung des Like-Buttons ist Facebook nahezu allgegenwärtig. Und die größten Unternehmen bis hin zu Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU) betreiben Facebook Pages. Web, Mobile Internet, Like Button, eigene Währung und Bezahlsystem und Unternehmen auf der Plattform sind eine Kombination, die kein anderes Unternehmen bietet und nutzen kann.

Und damit wird die Sache spannend: Wenn nur jeder fünfte Facebook Nutzer sich dazu entscheidet mit Facebook Credits im Internet zu bezahlen, dann wäre Facebook genau so groß wie PayPal. Und wenn die Nutzer erst einmal an das Bezahlen mit Facebook Credits gewöhnt sind, dann ist der Weg zur traditionellen, globalen Bank, wo wir unsere Vermögenswerte “speichern” nicht weit. Es wäre so einfach, wie Game-Points für Bejeweld Blitz zu kaufen.

Facebook könnte ein BigPlayer im Finanzsektor werden

Facebook ist derzeit sicherlich überbewertet, was den Firmenwert angeht. Doch die Unternehmensbewertung resultiert nicht aus aktuellen Zahlen. Es ist mehr eine Wette auf zukünftiges Wachstum und zukünftige Umsätze, die Analysten und Investoren erwarten. Eins ist klar: Das aktuelle Geschäftsmodell, basierend auf Werbung, ist nicht auf exponentielles Wachstum ausgelegt. Je mehr Nutzer auf mobile Geräte umsteigen, umso kleiner wird der Platz für Werbung. Auch der massive Verkauf von Nutzerdaten, die alleine bereits einen Wert jenseits der Milliarde $ haben dürften, ist durch die aktuellen privacy policies ausgeschlossen. Was bleibt sind neuen Geschäftsmodelle.

Facebook hat die Möglichkeit seine Nutzer an das Bezahlen mit Credits zu gewöhnen. Wir haben uns auch an das Klicken des Like Buttons gewöhnt. Oder daran, Belangloses zu verbreiten. Was bei den Nutzern relativ einfach ist, könnte bei Unternehmen schwieriger werden. Dort müssen Controller und Buchhalter, Manager und Vorstandsvorsitzende von der virtuellen Währung überzeugt werden. Doch ist dies erstmal geschehen, verdient Facebook an jeder Transaktion ein paar Prozente mit. Und die Argumente für Facebook sind gut. Nicht allein durch die weltweite Verbreitung und Vernetzung.

Facebook Worldmap

Die Facebook Worldmap zeigt die weltweite Vernetzung von 500 Millionen Nutzern. Für Unternehmen wäre es spannend, dieses Netzwerk zu nutzen, um weltweites online und mobile Payment zu nutzen.

Auch aus einem anderen Grund ist der Übergang zum Finanzsektor spannend. Facebook könnte damit dem Schicksal vieler anderer Internetriesen entgehen. AOL, Friendster, Second Life und zu letzt MySpace ereilten das selbe Schicksal: Sie sind nahezu in der Versenkung verschwunden. Einst gehyped und heute kämpfen sie ums Überleben. Wenn Facebook zum global agierenden Finanzhaus wird, dann bleiben die Nutzer. Schließlich ist man seiner Bank des Vertrauens treu.

Schon jetzt vertrauen Nutzer fast alles dem Social Network an, warum nicht auch das Finanzielle?

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