Facebook: Wieder Spam-Veranstaltungen

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Und da war wieder eine Einladung zu einer Veranstaltung auf Facebook. Und die Ersten 1.000.000 Teilnehmer bekommen die “Facebook Schuhe” von Adidas gratis. Wie ihr euch denken könnt: Es war mal wieder eine Spam-Veranstaltung. Ich hatte ja bereits über die Blödheit von Social Media Nutzern geschrieben. Auch dort ging es um Veranstaltungen, die hochwertige Ware als Lockmittel nutzen. Harmlos daran war, dass man nur andere Seiten liken musste. Nervig war es trotzdem. Diesmal geht es um Geld. Und ich habe recherchiert.

Sponsored by Adidas oder doch nicht?

Die erste Facebook Veranstaltung von Heute wurde (leider) gelöscht, bevor ich daran dachte, Screenshots zu machen. Das ist natürlich gut, doch hatte ich mit der schnellen Reaktion von Facebook nicht gerechnet. Die Facebook Spam-Veranstaltung versprach, wie bereits gesagt, hochwertige Schuhe von Adidas für lau. Eine zweite Veranstaltung versprach einen Pullover von Fruit of the Loom. Von der zweiten Veranstaltung habe ich Screenshots, der Aufbau war bei beiden der selbe. Zur Illustration nutze ich die Screenshots der zweiten Veranstaltung.

Die Spam-Veranstaltung auf Facebook verspricht einen hochwertigen Pullover von Fruit of the Loom

Am unteren Ende der Beschreibung, der einen Spam-Veranstaltung, befand sich folgender Hinweis: “Sponsored by Adidas, Inc. All Rights Reserved.© 2011″. Der Screenshot zeigt den selben Hinweis für die zweite Veranstaltung.

Der Hinweis auf einen Markenhersteller und dessen angebliches Sponsoring erweckt Vertrauen

Ein solcher Hinweis erweckt beim unbedarften Nutzer Vertrauen – steht doch angeblich eine große Marke hinter der Veranstaltung. Warum sollte man nicht einfach mal bei der Marke anfragen? Genau das habe ich getan und mich mit der PR-Abteilung der Adidas AG in Verbindung gesetzt. Ich habe also meine Vermutung, dass es sich um eine Spam-Veranstaltung handelt, dem Sprecher der Adidas AG, Herrn Brüggen, geschildert. Meine Frage an ihn war, ob Adidas diese Veranstaltung bekannt ist, ob Adidas wirklich hinter dem Sponsoring steht und was Adidas in Zukunft gegen solche Veranstaltungen unternehmen möchte. Eine Antwort kam innerhalb weniger Stunden. Meine Vermutung hatte sich bewahrheitet, denn Herr Brüggen antwortete mir:

“Bei der Aktion handelt es sich weder um eine adidas Aktion noch wurde sie von Adidas gesponsert.”

Wie ich es mir gedacht habe. Man hat mir ebenfalls mitgeteilt, dass die Adidas AG die Veranstaltung bei Facebook gemeldet hat und diese daraufhin direkt entfernt wurde. So schnell kann es gehen. Doch wer steckt dahinter?

Spam-Veranstaltungen auf Facebook – eine kleine Recherche

Veranstalter, der Spam-Veranstaltungen, ist die Facebook Seite “I want summer”. Eine Facebook Seite, auf der nicht viel Information bereitgestellt wird. Aber der Titel der Seite hat schon 467 Nutzer zum klicken auf “Gefällt mir” bewegt. Kein wunder bei dem miserablen Wetter.

Veranstalter der Spam-Veranstaltungen ist die Facebook Seite "I want summer"

Und ich war schon überrascht, was ich auf der Seite so gefunden habe. Denn hier scheint jemand nicht nur mit Spam-Veranstaltungen zu agieren, sondern auch mit einem alten bekannten. Es fanden sich mehrfach Hinweise auf den Facebook Virus, mit dem man angeblich sehen kann, wer das eigene Profil angesehen hat.

Hinweise auf den bekannten Facebook Virus

Es ist klar, dass es sich nicht um einen Nutzer handelt, der von dem Facebook Virus selbst betroffen ist – denn so funktionieren die Facebook Viren nicht. Hier wurde der Hinweis auf den Facebook Virus manuell als Update gepostet und nicht automatisiert.

Aber weitere Informationen gibt es auf der Seite nicht – keine Informationen wurden hinterlegt. Also zurück zur Spam-Veranstaltung. In der Beschreibung gab es mehrere Hinweise auf URLs, wo Interaktionen stattfinden sollten, um an die Markenartikel zu kommen. Eine URL führt zur Domain fake-or-not.com. Ein kurzer Blick in die Whois Daten von Nic.com gibt einen ersten Hinweis.

Die Whois Informationen für fake-or-not.com führen nach Österreich

Es taucht ein Name auf, was mich schon sehr wunderte. Denn grade bei .com-Domains kann man seine Identität gut verschleiern. Der Kontakt führt nach Österreich. Na gut, dann einfach mal die Telefonnummer gewählt. Leider ging nur eine Mailbox ran, starker österreichischer Akzent. Aber mit einer Mailbox wollte ich ja nicht reden. Vielleicht in den nächsten Tagen mal. Aber ich war wieder verwundert, dass die Telefonnummer funktioniert. Also erst mal weiter recherchiert.

Über die Hinweise auf den Facebook Virus auf der Facebook Seite “I want summer” gibt es einen weiteren Hinweis auf eine Domain. Also einmal den Denic für die Domain my-web-business.de bemüht und dieses Ergebnis bekommen:

Auch dieser Whois Eintrag, diesmal vom Denic, führt zur selben Person in Österreich.

Und siehe da, der Name kommt uns doch bekannt vor!? Doch ein zweiter Name taucht auf: Christoph Glitsch. Und diesmal in Deutschland. Leider ohne Telefonnummer, aber wofür gibt es das Telefonbuch? Leider gibt es keinen Eintrag für einen Christoph Glitsch in Bonn. Also den Namen gegoogelt. Hinweise auf eine reale Person habe ich nicht gefunden, dafür viele Berichte über Betrug im Internet. Der Böse SEO, Dominik Wojcik, ist bei seinen Recherchen zum Thema “Blackhat China-Links + Google = Abzocke?” auch schon auf diesen Namen gestoßen. Auch er vermutet, dass es sich nicht um eine real existierende Person handelt. Und bereits 2009 hat sich die Seite Abzocknews.de mit betrügerischen Downloadportalen beschäftigt und ist auch hier auf einen Christoph Glitsch gestoßen.

Was tun bei Spam-Veranstaltungen? Erst denken, dann klicken!

Soweit meine kleine Recherche, wer denn hinter solchen Spam-Veranstaltungen steckt. Worum es geht? Um Geld. Um an das angebliche Geschenk zu kommen, muss man auf einer Seite ein Browsergame spielen. Dafür gibt es Provisionen. Das ist legal, doch die Art und Weise, wie diese Leute zu ihren Klicks und damit den Provisionen kommen, ist zutiefst verwerflich.

Und es fallen immer noch genügend Nutzer auf diese Tricks rein, der Preis scheint zu verlockend. Dass sie mit falschen Versprechen, also durch Betrug, zu bestimmten Handlungen genötigt werden, scheinen die wenigsten Nutzer zu merken. Erst denken, dann klicken müsste man jedem Nutzer von Social Networks auf die Stirn tackern.

Was kann man also machen, wenn man eine Einladung zu einer Spam-Veranstaltung bekommt? Meldet die Veranstaltung! Unter jeder Veranstaltung auf Facebook findet ihr einen Link “Veranstaltung melden“. In der Dialogbox wählt ihr am besten “Spam oder Betrug” auf. Und noch besser: Ihr meldet auch gleich den Veranstalter an Facebook. Und damit wir das alle einmal üben können: Diese Spam-Veranstaltung an Facebook melden und auch gleich diese Facebook Seite. Danke.

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